Uni

NCAM

In Deutschland und anderen Industrienationen ist ein dramatischer Anstieg in der Inzidenz von malignen Melanomen, Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen zu verzeichnen. Ein Grund für diese massive Entwicklung ist ein durchaus vermeidbarer Risikofaktor, nämlich die Solariennutzung. Bereits 2009 wurde die UV-Strahlung der natürlichen Sonne und ganz explizit die der Solarien von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als karzinogen eingestuft. Nach Durchführung einer regionalen (SUN-Study 2008; Sunbed Use: Needs for Action-Study 2012) und einer bundesweit repräsentativen Studie (SUN-Study 2012) zur Aufdeckung von Prävalenz der Solariennutzung, Motivation der Nutzer sowie Risikowahrnehmung von Nutzern und Nichtnutzern wird am MIPH aktuell das Nationale Krebshilfe Monitoring zur Solariennutzung (NCAM; National Cancer Aid Monitoring) durchgeführt.
Beim NCAM, welches im Zeitraum von 07/2015 bis 06/2019 von der Deutschen Krebshilfe e.V. gefördert wird, handelt es sich um ein longitudinales Monitoringinstrument mit Fokus auf Solariennutzung, ihre Determinanten sowie verwandte Themenbereiche. Damit ist das Projekt einzigartig.
Im Rahmen der vierjährigen Laufzeit wird jährlich eine bundesweit repräsentative Telefonbefragung durchgeführt. Das Untersuchungsdesign ist zweigeteilt: Zum einen werden jährlich 3.000 Personen im Querschnitt befragt werden. Damit kann der langfristige Trend der Solariennutzung untersucht werden. Hinzu kommt eine Kohorte bestehend aus 450 Solariennutzern. Mit dieser einzigartigen Kohorte wird es erstmals möglich sein, individuelle Lebensverläufe von Solariennutzern zu beobachten.


Publikationen im Rahmen von SUN-Study 2008 und SUN-Study 2012
Schneider S, Zimmermann S, Diehl K, Breitbart E , Greinert R (2009). Sunbed Use in German Adults: Risk Awareness Does Not Correlate With Behaviour. Acta Derm Venereol 89: 470–475.
Diehl K, Litaker D, Greinert R, Zimmermann S, Breitbart E, Schneider S (2010). The Prevalence of Current Sunbed Use and User Characteristics: The SUN-Study 2008. Int J Public Health 55: 513-516.
Schneider S, Krämer H (2010). Who uses sunbeds? – A systematic literature review of risk groups in developed countries. J Eur Acad Dermatol 24: 639-648.
Diehl K, Huy C, Schneider S (2011). Sunbed Use: Risk Groups and Possibilities for Skin Cancer Prevention. Treatment Strat Dermatol 1: 68-72.
Bock C, Diehl K, Litaker D, Breitbart EW, Greinert R, Schneider S (2013). Sunbed use in Germany: trends, user histories and factors associated with cessation and readiness to change. Brit J Dermatol 169: 441-449.
Diehl K, Bock C, Greinert R, Breitbart EW, Schneider S (2013). Use of sunbeds by minors despite a legal regulation: extent, characteristics, and reasons. J Public Health 21: 427-433.
Diehl K, Bock C, Breitbart EW, Greinert R, Schneider S (2013). Building awareness of the health risks of sunbed use: Identification of target groups for prevention. Photodermatol Photoimmunol Photomed 29: 291-299.
Schneider S, Diehl K, Bock C, Schlüter M, Breitbart E, Volkmer B, Greinert R (2012). Sunbed Use, User Characteristics, and Motivations for Tanning. JAMA Dermatol 149: 43-49.
Schneider S, Schirmbeck F, Bock C, Greinert R, Breitbart EW, Diehl K (2015). Casting Shadows on the Prevalence of Tanning Dependence: An Assessment of mCAGE Criteria. Acta Derm Venereol 95: 162–168.
Image